Die Bienenwelt – Sinnesleistungen der Honigbiene

Nur für uns sind die Rosen rot – die Welt der Bienen ist anders.

Mit Hilfe einer Futterprobe und dem Schwänzel- oder Rundtanz (bei kleinen Abständen) berichtet eine Biene den anderen im Stock wo Nektar und Pollen zu sammeln sind. Je näher und ergiebiger die Trachtquelle liegt, desto intensiver wird getanzt. Die Orientierung erfolgt außerhalb des Stockes mit Hilfe der Sonne und dem Winkel zur Trachtquelle sowie im Stock durch die Vertikale und dem Winkel dazu.
Für die Aufklärung des Schwänzeltanzes bekam der Österreicher Karl von Frisch 1973 den Nobelpreis.


Die Sinne der Biene

Sehen

Die Bienen sehen farblich im kurzwelligen Bereich mit den Facettenaugen. Mit den drei einfachen Punktaugen können sie Hell und Dunkel unterscheiden. Die Facettenaugen setzen sich aus vielen starren Einzelaugen zusammen. Dadurch entsteht ein zusammengesetztes Bild aus vielen Bildpunkten. Je nach Anordnung ist das Sehfeld größer oder kleiner. Der Drohn kann aufgrund der größeren Facettenaugen auch eine größere Umgebung sehen. Somit kann er sein Objekt der Begierde, die Königin besser erkennen.

Die Grundfarben sind Gelb, Blau und Ultraviolett. Dunkelrot wird als Schwarz wahrgenommen und weiße Blüten werden nicht gesehen. Die Landschaft erscheint in Graufarben ,wodurch sich die Blüten deutlich abheben. Wie genau diese Farben tatsächlich wahrgenommen werden, darüber sind sich die Experten noch nicht ganz einig.

Während der Mensch bereits 20 Bilder pro Sekunde als durchgehenden Film wahrnimmt, erkennen Bienen noch 200 Einzelbilder pro Sekunde.

Schmecken

Der Geschmacksinn sitzt nicht nur an den Mundwerkzeugen sondern auch auf den Fühlern und Vorderbeinen. Ihre Wahrnehmung von Süße ist halb so empfindlich wie unsere. Für das Sammeln von weniger nahrhaften Lösungen wäre der Energieaufwand zu groß. Die Geschmackswahrnehmung der Bitterstoffe ist sehr gering.

Riechen

Auf den Fühlern befinden sich winzige, mit Häutchen verschlossene Poren, mit denen die Biene riechen kann. Der Geruchssinn ist sehr stark ausgeprägt.

Damit kann nicht nur Nektar und Pollen ausfindig gemacht werden, auch der Stockgeruch oder der Geruch des Giftes bei einem Angriff leitet die Bienen.

Tasten

Für das Tasten hat die Biene auf den Fühlern Haare, die zur Erkennung von Oberflächenstrukturen und räumlichen Gestalten dienen. Über den gesamten Körper verteilt gibt es Sinnesborstenfelder mit denen unter anderem die Fluggeschwindigkeit wahrgenommen werden kann.

Fühlen

Die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit wird über die Fühler wahrgenommen.

Bienen regeln die Temperatur im Bereich des Brutnestes auf 35°C. Ist es zu kalt wird mit den Muskeln Wärme produziert. Wenn es zu warm ist, wird mit den Flügeln geschlagen oder Wasser zum Verdunsten in den Stock eingetragen. Die Luftfeuchte wird auf 40% gehalten.

Hören

Bienen haben keine Ohren, sie nehmen Erschütterungen wahr, insbesondere in ihren Beingelenken, aber auch mit den Fühlern. Beim Tanzen surrt die Tänzerin stoß weise, was die Bienen in nächster Nähe als Schallwellen aufnehmen.

Sinne der Biene

Sinne der Biene

Magnetfeld der Erde

Auch das Magnetfeld der Erde wird von den Bienen wahrgenommen. Dies dient insbesondere für den Wabenbau. Wird ein Eisenmantel zur Abschirmung des Magnetfeldes über das Volk gestülpt, beginnen die Bienen kreuz und quer Waben zu bauen.


Die Biene langweilt sich im Kino, weil sie 200 Einzelbilder pro Sekunde erkennt, während der Mensch schon bei 20 Einzelbildern eine fließende Bewegung wahrnimmt.

 

 


Quellenbezug: Abbildungen und Zeichnungen mit freundlicher Unterstützung vom Imkerbund Österreich

 

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